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Экономические и гуманитарные науки УДК 94(47).084.8 VORSTELLUNGEN DER ZEITGENOSSEN VON DEM MECHANISMUS DER WAHLEN IN DEN OBERSTEN RAT DER UdSSR NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG A.A. Buscheva, A.А. Slezin Lehrstuhl fr Geschichte und Philosophie, TSTU;

dick_an@mail.ru Vorgelegt vom Mitglied des Redaktionskollegiums Professor W.I. Konowalow Schlsselwrter: das Ablaufprozess der Wahlen; die Abgeordnete; die Erinnerungen; der oberste Rat der UdSSR; die Wahl; die Whler; die Zeitung.

Zusammenfassung: Im Artikel wird versucht, aufgrund der Analyse der regionalen Zeitung fr das Gebiet Tambov “Kirsanovskaja Kommuna“ aus dem Jahr 1950, festzustellen, welche Vorstellungen die gewhnliche sowjetische Brger aus der Provinz damals ber den Ablauf der Wahlen in den obersten Rat der UdSSR hatten.

Im Jahre 1950 fanden die letzte, zu Stalins Lebzeit, Wahlen in das hchste legislative Gremium des Landes – den obersten Rat der UdSSR statt. Das Ziel dieses Artikels ist viel mehr nicht die Untersuchung des tatschlichen Mechanismus der Wahlen, sondern ein Versuch dies aus der Sicht eines gewhnlichen sowjetischen Brgers aus der russischen Provinz im Jahre 1950 zu verstehen. Um die Handlungen der Menschen zu verstehen ist es wichtig deren Ansichten und die Denkweise zu verstehen.

Von den bevorstehenden Wahlen und deren regionalen Besonderheiten erfuhren die russischen Brger als erstes aus den regionalen Zeitungen. Aus diesem Grund haben wir als Hauptquelle fr unsere Forschung eine typisch regionale Zeitung „Kirsanovskaja Kommuna“ gewhlt, die im Kirsanowski Bezirk des Gebietes Tambow verlegt wurde.

Um die Aussagefhigkeit der Zeitungsinhalten zu beurteilen, werden wir versuchen diese mit den Erinnerungen der Veteranen, die von den Autoren dieses Artikels aufgeschrieben wurden, zu vergleichen.

Am 9. Januar 1950 unterschrieben N. M.Schwernik und A.F.Gorkin den Erlass des Prsidiums des Obersten Rates der UdSSR ber die Durchfhrung der Wahlen in den Obersten Rat der UdSSR am 12. Mrz „wegen dem Ablauf der Vollmachten des Obersten Rats der UdSSR der zweiten Einberufung am 10. Februar 1950“. Im Erlass wurde besonders unterstrichen, da die Wahlen innerhalb von zwei Monaten nach dem Ablauf der Vollmachten des Obersten Rates stattfinden mssen. Am 15 Januar verffentlichte „Kirsanovskaja Kommuna“ auf der Titelseite zusammen mit den „Bestimmungen zur Wahl des Obersten Rates der UdSSR“ den Artikel mit der berschrift „Umfangreichere Agitation und Propaganda bei der Vorbereitung zu den 1126 ISSN 0136-5835. Вестник ТГТУ. 2011. Том 17. № 4. Transactions TSTU Wahlen“. Darin enthalten: „Jetzt ist es dringend notwendig eine umfassende Erlernung der stalinschen Verfassung und „der Bestimmungen zu den Wahlen“ zu organisieren, damit jeder Sowjetbrger das weltweit demokratischste Wahlrecht seiner sozialistischen Heimat verstehe“.

Am 22 Januar verffentlichte die Zeitung eine Liste der Mitglieder der Bezirkswahlkommission des Kirsanowski Wahlbezirks Nummer 309. Gleichzeitig ist ein Artikel „Lenins Weg unter Stalins Fhrung gehen“: „ Stalin ist der Lenin von Heute.

Stalin hat das sowjetische Folk alle seine historische Errungenschaften zu verdanken.

Der Name Stalin ist das Symbol fr den kommenden Sieg des Kommunismus.“ Im Februar schrieb die Zeitung ber die Benennung der Kandidaten zur Wahl als Abgeordnete des Rates der Union. In der Regel wurden in jedem Unternehmen vier Kandidaten benannt. Als erster I.W. Stalin, zweiter W.M. Molotov, als dritter G.M. Malenkov, N.M. Schwernik oder L.P. Berija. Der vierte Name in allen Unternehmen, die Kandidaten benennten, war einstimmig: der Vorsitzender des Exekutivkomitee fr den Bezirk Tambov P.F Morozov.

Den heutigen Leser wird diese alternativlosigkeit kaum verwundern. Vor allem weil, mit Ausnahme des letzten, alle Kandidaten aus der Reihe der „Fhrer“ sind.

Die Whler der 50 Jahren hatten weder Wahlerfahrung, noch eine einigermaen klare Vorstellung ber die in der Welt existierende Wahlsysteme. Der Schein der Benennung der Kandidaten von „Unten“ und der angeblichen Alternativmglichkeiten, bei fehlender Wahlerfahrung der Bevlkerung, funktionierten „strungsfrei“ zu Gunsten der Machthabenden. Fr die absolute Mehrheit der Whler war allein die breite Bekanntheit der Kandidaten eine Garantie deren erfolgreichen Ttigkeit.

brigens, unsere Umfrage von 50 damals jungen Whlern hat ergeben, dass 70 % der Befragten stellten sich die Rolle des Abgeordneten vor, als einen Menschen der irgendwas fr die Region durchsetzen sollte (Reparatur von Strassen, Baugenehmigung einer Schule und hnliches). Um die 30 % meinten, dass ein Abgeordneter die Parteipolitik verstehen und die Anweisungen der Partei ausfhren und propagieren sollte. 15 % der Befragten meinten, dass der Abgeordneter ein Vorbild in seinem Unternehmen sein sollte (Nicht als Abgeordneter, sonder an seinem regulren Arbeitsplatz in der Schule, Farm oder Fabrik). Dabei haben die meisten der Befragten ihre Vorstellungen bis heute, in Hinblick auf die Ttigkeit der Abgeordneten der Staats Duma der russischen Fderation, beibehalten.

Das Vertrauen steigerte auch der Dialog der Kandidaten mit den Whlern. Fr viele nahe zu himmlisch erschien der berhmte Heeresfhrer des zweiten Weltkrieges A.M. Vasilewski, der als Abgeordnetenkandidat fr den Nationalittenrat ernannt wurde. Wie „Kirsanovskaja Kommuna“ berichtete bei einem Treffen mit im in Tambov hat Genosse Stepanov, der Vorsitzender des Kolchos „Trudovik“, die Meinung aller Anwesenden geuert. Er sprach ber grenzenlose Liebe und Treue des sowjetischen Volkes zu der Partei, der Regierung und zu Genosse Stalin. Er hat alle Whler aufgerufen am 12 Mrz 1950 geschlossen fr den Genosse Vasilewski zu stimmen. Wie eine unglaubliche Verbundenheit mit den Massen interpretierte die Zeitung die Tatsache: „Nach der Versammlung erschien Genosse Vasilewski auf dem Balkon des Theaters und begrte die tambover Brger“.

Am 21 Februar wurde eine Mitteilung ber die im Ort Rasskazovo stattgefundene Sitzung der Wahlkommission des Wahlbezirk Nr. 309 fr den Kreis Kirsanovo zum Thema Wahlen in den Rat des Bndnisses des Obersten Rats der UdSSR verffentlicht:

Die Sitzung erffnete die Vorsitzende der Kreiswahlkommission Genosse Kolotovkina.

Sie hat mitgeteilt, das die Arbeiter des Kreises Kirsanov einstimmig Ihre Kandidaten fr die Wahl als Abgeordnete das Obersten Rates der UdSSR Genosse Stalin, seine engste Gefhrten Molotov, Malenkov, Schwernik und den Vorsitzenden des tambover Gebietsexekutivkomitee des Abgeordnetenrates P.F. Morozov ernannt haben.

ISSN 0136-5835. Вестник ТГТУ. 2011. Том 17. № 4. Transactions TSTU Des Weiteren hat sie mitgeteilt, dass Genossen Stalin, Molotov Malenkov und Schwernik haben sich entschieden in anderen Wahlbezirken zu kandidieren, und der Genosse P.F. Morozov der Kirsanowski Wahlkommission sein Einverstndnis fr diesen Wahlbezirk zu kandidieren mitgeteilt hat. P.F. Morozov wurde als Kandidat registriert. Die Grnde fr die Ablehnung der frher vorgeschlagenen Kandidaten Woroschilov, Andreev, Kaganovitsch, Chruschev, Mikojan, Kosygin wurde nichts mitgeteilt. Im brigen haben die Whler kein Unverstndnis dafr geuert: wichtig war – als Kandidaten wurden bekannte Personen, die offiziell hoch gelobt wurden, registriert.

Eine wichtige Rolle bei den Wahlen spielte die Schaffung einer Feststimmung.

So erschien die „Kirsanovskaja Kommunna“ am 12 Mrz in Farbe. Ganz Oben eine berschrift: „Alle geschlossen Whlen gehen, zeigen wir noch mal unsere Liebe und Treue der Partei, der Regierung und Genossen Stalin. Unten ein anderer Slogan:

„Es lebe der Groe Fhrer des Kommunismus Genosse Stalin!“ Auf der Seitenmitte ein Bild von Stalin und ein Gedicht von A. Surkov „Das Stalinlied“: „Fr uns stehen sonnige Weiten offen / ber dem Land leuchten Lichter des Sieges/zu unserer Freude gibt es den Genosse Stalin / unseren weisen Fhrer und geliebten Lehrer.“ Die nchste Ausgabe der Zeitung erschien mit der berschrift: „Im Nahmen Stalins whlte das ganze sowjetische Volk“. „Kirsanovskaja Komunna“ berichtete, das ab 3 Uhr morgens (teilweise auch frher) gingen Menschen zu ihren Wahlpunkten um ihre Pflicht zu erfllen. Manche Whler konnten die ganze Nacht nicht schlaffen, vor so einem aufregenden Ereignis in ihrem Leben.

Nach den Dokumenten und Erinnerungen der Zeitzeugen hat ein Teil der Whler unter dem Einfluss der Propaganda tatschlich geglaubt, dass die Wahlen eine wichtige politische Maname sind, nach der Aussage des Mitglieds einer regionalen Wahlkommission von 1950 A.I Sviridov haben zu der Zeit die erste 25 Whler, und manch mal auch die ersten 50 oder 100, ein Glschen Wodka bekommen. Als war ein Run beim ffnen des Wahllokals garantiert. Auch tagsber wurden verschiedene Lockmanamen durchgefhrt: in der Kantine gab es nur das beste zu gnstigen Preisen, es wurden Konzerte und Tanzvergngen organisiert… Deswegen war es kein Zufall, das fr den Block der Kommunisten und Parteilosen bei der Wahl des Rates der Union 99,73 Prozent und in den Rat der Nationalitten 99,72 gestimmt haben, bei einer Wahlbeteiligung von 99,98 Prozent. Dabei war gute Propaganda nur einer von vielen Faktoren, di zu diesem Ergebnis fhrten.

Die Archivdokumente zeugen, das nach den Wahlen in den Partei- und Komsomol Organisationen nicht nur die jenige die nicht zu Wahlen gegangen waren, sondern auch die die gegen den Block der Kommunisten und Parteilosen gestimmt hatten ffentlich verurteilt wurden. In den Urteilen der Gerichte ber die „Stadtfeinde“ kann man, wenn auch nicht all zu oft, nicht nur Verweise auf den Vorschlag von alternativen Kandidaturen, sondern auch auf das Stimmen „dagegen“ finden. Aus den von uns aufgezeichneten Erinnerungen wird deutlich warum die nach dem Grundgesetz von 1936 als „geheim“ deklarierte Wahlen, in der Wirklichkeit aus der Wahl kein Geheimnis machten.

Es war so organisiert, dass man nicht die Wahlkabine aufsuchen musste (sie wurde mit Absicht etwas abseits gestellt). Um mit „Ja“ zu stimmen gengte es den Wahlzettel in die Wahlurne hinein zu werfen, ohne darauf jegliche Vermerke machen zu mssen.

Also reichte es zu beobachten wer die Wahlkabine aufgesucht hat oder gar nicht an die Wahlurne ging, um festzustellen wer so heimlich sein Protest geuert hat. Ist anzumerken, das der geringer Anteil derjenigen die nicht gewhlt hatten, oder gegen den Block der Kommunisten und Parteilosen gestimmt hatten, wurde als Begrndung dafr genutzt das wir noch so weit vom Sieg des Kommunismus sind. brigens bei jeden weiteren Wahlen erhhte sich der notwendige Anteil, was von der 1128 ISSN 0136-5835. Вестник ТГТУ. 2011. Том 17. № 4. Transactions TSTU Machthabenden als eine Steigerung des Bewusstseins der Sowjetbrger und als Fortschritt auf dem Weg zum Kommunismus interpretiert wurde. Spter hat die Widerholung der gleichen Begrndung mit immer neuen Zahlen zum Vertrauensverlust in die Politik gefhrt. Aber 1950 hat es noch keinen Ablehnungseffekt hervorgerufen.

Und mit dem Hintergrund des erfolgreichen Wiederaufbau der Wirtschaft haben viele Whler die Wahlen als sehr wichtig und demokratisch, oder zu mindest als zum Voll des Landes fhrend betrachtet.

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ISSN 0136-5835. Вестник ТГТУ. 2011. Том 17. № 4. Transactions TSTU Представления современников о механизме выборов в Верховный Совет СССР после Великой Отечественной войны А.А. Бушева, А.А. Слезин Кафедра «История и философия», ФГБОУ ВПО «ТГТУ»;

dick_an@mail.ru Ключевые слова и фразы: Верховный Совет СССР; воспоминания; выборы; газета; избиратели; депутаты; избирательный процесс.

Аннотация: На основе анализа публикаций районной газеты Тамбовской области «Кирсановская коммуна» за 1950 г. сделана попытка выявить представления обычных советских граждан из российской провинции о механизме выборов в Верховный Совет СССР третьего созыва.

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